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  • Mein ganz persönliches Abenteuer

    Die Anreise nach Pamplona erfolgte mit dem Flugzeug ( München- Madrid - Pamplona). Der Pilgerpass, der notwendig ist, wenn man vor hat in Pilgerherbergen zu schlafen, war schon vorher eingetroffen.  Durch die Sankt Jakobs Bruderschaft in Österreich erhielt ich mein Credencial. Und sollte ich bis dahin noch unsicher gewesen sein, jetzt musste ich den Weg wohl fahren.

     
       

Am Flughafen gab es dann das erste Zusammentreffen mit anderen Pilgern .  Sind es Pilger , sind es keine? Man merkt dass viele dasselbe denken. Abwartend ist ein jeder, nicht zu viel verratend. Tourist, Pilger, Profipilger! Ein jeder hat seine eigenen Erwartungen. Später auf dem Weg wird dann alles ganz umkompliziert.

Das Fahrrad hatte ich ca. einen Monat vor Abflug bei Iberia angemeldet  und mit der Bestätigung waren dann beim Einchecken am Flughafen nochmals etwa 25 EURO zu bezahlen.  Bei allen Kommentaren die ich davor über IBERIA hörte, war ich dann doch erstaunt das Alles, komplett , ohne Verzögerung in Pamplona ankam. Das war allerdings nicht bei allen dann - ziemlich sicher - Pilgern in Pamplona der Fall.

Der Flughafen, in jedem Fall das Gepäckband, erinnert ein wenig an indische oder russische Provinzflughäfen. Aber wenn alles endlich ausgeladen ist , fällt die erste Last einmal ab, und man ist Santiago schon ein gutes Stück näher. Auch wenn man noch nicht weiß wo man schläft und man noch mit einem spanische Taxifahrer an einem Sonntagnachmittag ins verschlafenen Pamplona fahren wird.

Ohne Spanisch Kenntnisse eine einfache Unterkunft zu bekommen ist nicht ganz einfach. Am Morgen darauf denn der erste Regenschauer. Der einzige bis Gallizien. Das Rad in der Rezeption zusammengebaut ( vielleicht war es doch eine Bar, denn manche Dinge sind in Nord-Spanien doch etwas anders) noch einmal probiert ob alles funktioniert ( im Taxi hatte leider einer dieser "Flickspray's" denn man für eine schnelle Reparatur der Reifen benutzen kann, sich entschieden das Weite zu suchen und anstatt dessen die Tasche zu flicken)  Aber es war am nächsten Morgen noch alles vorhanden. Wenn auch zuviel Gepäck. Im Unterschied zu den vielen Packlisten die man finden kann, hatte ich meine eigene die aber wesentlich umfangreicher war. Am Rad macht es ja nichts. Dachte ich und eine Probefahrt zu Hause, bestätigte mich zumindest bis dahin, in meiner Meinung.

Aus Pamplona hinaus . Die Richtung stimmt noch nicht - denn die richtige Reise beginnt erst in Ronc[z:]esvalles.

Ein etwas seltsames Gefühl in die falsche Richtung unterwegs zu sein. Es wird das einzige mal sein, daß ich Pilger von vorne sehen werde. Das fällt mir aber erst später auf . Erleichtert aber die Kommunikation ungemein. Dann die ersten Zurufe daß dies die falsche Richtung sei , und der Weg zu schwierig für das Fahrrad. Ich habe auch bald nach Zubiri den Camino verlassen und bin dann bis Roncesvalles auf der Strasse geblieben. Was weiter auch kein Problem war da, zumindest im April, kaum LKW's und Autos unterwegs sind.

 Um ca 15:00 Uhr bin ich  dann endlich in Roncesvalles. Zu früh für das Pilger Büro , aber Zeit genug für einen Kaffee in der Casa Sabina. Und HP Kerkeling Leser wissen dass man dort auch Zimmer bekommt und in Schichten abendessen kann. Ich habe es nicht so erlebt. Es war ruhig und schön. Und "MAN SPRICHT DEUTSCH". Das letzte mal bis Mansilla de las Mulas. Der Hospitalero dort scheint in Deutschland gelebt zu haben und hat eine Herberge organisiert, die hilft die Strapazen des Weges zu vergessen ( dort übernachten - ein Tip- allerdings sollte man es auch als spannend empfinden, mit weiteren 45 Pilgern im Schlafsaal zu schlafen - es geht, ganz sicher)

In Roncesvalles aber , werden Radfahrer  in der Jugendherberge untergebracht ( 8-10 Betten in einem Zimmer) und noch keine Notwendigkeit mein Zelt auszupacken. Fußpilger habe eine eigene Herberge.

Langsam ändert sich dann das eigene Empfinden . Und langsam taucht man in eine andere Welt ein - immer mehr. Seltsam, wenn später , kurz vor 20:00 Uhr alle Tische im "la Posada" (das zweite Lokal neben der Casa Sabina) verlassen sind  - nur dass sich alle dann in der Kirche zur Messe wieder treffen.

Nach dem Beziehen der Unterkunft am Nachmittag und lange vor dem Abendessen, brach ich dann noch zu einem Spaziergang zum Col de Lepoeder auf. Der schmale Weg , führt gleich hinter dem Kloster, durch Eichenwälder hinauf.  Beim Zurückgehen , von der Passhöhe Richtung Kloster, zeigen mir dann erstmals die gelben Pfeile den richtigen Weg - jetzt stimmt die Richtung. Die Pfeile werden mich dann die nächsten , beinahe 2 Wochen, begleiten.

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